Behausung
für Dittmar Werner
In Landschaften hast du
Ränder gesucht
die Weite ausgelotet
zwischen dir und dem Horizont
in Bäumen gelesen
in Herzwurzeln
um dich zu verorten
blieben nur Worte und
wechselnde Koordinaten
bis das Verstummen
den Schritten voraus warMorgens, früh
Eisluft über der Dünung
der Felder vergessene Planen
im Wind und ich lausche
in die Reste des Sommers
als säße ich am leichten Strandnach dem ersten Frost
wenn die Wege sich öffnen
versuche ich weite Blicke
doch in den Bäumen
flüstern die Krähen
NocturnoSchlaflos möchte ich sein
in die Dunkelheit lauschen
mit den Mondwinden
Augen ihre Blüten wachsam.
Aus dem Nachbarhaus klingt Chopin
nachtverweht dazwischen Katzengeschrei
und im Licht der Laterne
lärmende Gespräche.
Manchmal Stille.
Jetzt wäre ich gern arglos
würde glauben auch die Mörder schliefen
ruhten in ihren Träumen
nicht nur um selbst zu überleben.
Auch die Vögel schlafen
die geschlossenen Blumen.
Wieder liegt Chopin in der Nacht
er beunruhigt Ton für Ton.
JerusalemsteineWasserspeicher auf den Dächern kein
Fluss kein Meer nur Sand auf den Hügeln
Pilger auf Kreuzsuche Zwischenhändler auch
sie und ich trinke Coca Cola in der roten Stunde
gestern im arabischen Viertel spielten Kinder
vor einer Tür bemalt mit Taube und Halbmond
dazwischen Rosen große gefüllte Rosen sie kamen
mir fremd vor inmitten der Mauern aber ich
kenne mich nicht aus weiß nicht wo die Linien
verlaufen zwischen Licht und Schatten