Poetischer BrückenschlagDARMSTADT. Eine Partnerschaft lebt vom Verständnis. Das gilt auch für eine Städtepartnerschaft. Darmstadt und das verschwisterte Plock in Polen haben dafür am Mittwoch im Literaturhaus den Weg über die Lyrik gewählt. In einer deutsch-polnischen Lesung präsentierten Dichter aus beiden Städten Werke aus der 2001 erschienenen Anthologie "Poesiebrücke Darmstadt-Plock". Die beiden polnischen Autoren Anna Kühn-Cichocka und Tomasz Opalinski trugen ihre Gedichte in ihrer Muttersprache vor, Malgorzata Ploszewska hatte sie übersetzt und verlas die deutsche Fassung. Anna Kühn-Cichockas Werke wirken wie kleine Prosastücke. Sie beschreiben Geschehnisse, mal ironisch, mal nachdenklich. In manchen Gedichten scheint sie Kindheitserinnerungen wie die "wunderbare Welt des Dachbodens" aufzugreifen. Tomasz Opalinskis Poesie ist hingegen meist kurz, seine Sprache prägnant. Opalinski ist Priester, und so drehen sich seine "Farben der Liebe" oder "Es gibt" um Fragen nach Gott und dem Glauben. Dann wiederum waren Momentaufnahmen von Renate Axt zu hören, Gedichte, die Impressionen von Augenblicken sind. Auch Darmstadt hat die Autorin in ihrer Lyrik verewigt: Fast malerisch erzählt sie vom Steinbrücker Teich und vom Woog. Marlene Benz präsentierte Werke, denen - wie in "Ebbe und Flut" - oft ein melancholischer Nachklang, etwas Suchendes, Sehnsüchtiges anhaftet. Lebendig und im besten Wortsinne alltäglich ist die Poesie Barbara Zeizingers, inspiriert wohl durch Begegnungen, Erlebnisse und Reflexionen der Dichterin. Aus ihrem bunten Themen-Mix präsentierte sie unter anderem Gedichte, die bei einem Besuch in Polen entstanden. Eines beschreibt die Verständigungskunst trotz Sprachbarrieren: "Ich verstand nicht viel, doch Natascha erklärte mir die Welt, und ich verstand sie." Ähnlich funktioniert wohl auch der poetische Brückenschlag: Über Ländergrenzen und sprachliche Hürden hinweg findet Kunst einen Weg des Ausdrucks und des Verstehens. Barbara Lich © Darmstädter Echo, 21.01.2005 | ||
"Gedanken über die Liebe"Barbara Zeizinger beendete LesetageGroß-Zimmern (guf). Zehn gute Schriftsteller hatten seit Mitte September an jedem Mittwochabend im Glöckelchen Auszüge aus ihrem literarischen Schaffen vorgetragen. Insgesamt hatte die AG-Lesen - und hier federführend der Vorsitzende Wilhelm Riedel - wieder einmal hervorragende Autoren nach Zimmern gebracht. Zur letzten Lesung in diesem Jahr war Barbara Zeizinger ins Glöckelchen gekommen. Von Beruf ist sie Lehrerin, privat gilt ihre Leidenschaft seit langem dem Dichten. Lyrik bedeutet für die 55-jährige Alsbacherin "mit wenigen Worten auf kleinstem Raum eine Geschichte erzählen." Sie las lyrische Gedanken über die Liebe, gesellschaftliche Themen, Situationen aus dem täglichen Leben sowie "Gefühle und alles, was nicht greifbar ist". Thematisch legt sich Barbara Zeizinger beim Schreiben nicht fest. "Das Leben ist viel zu bunt", sagt sie. Demnächst erscheint ein neuer Lyrikband von Zeizinger, in dessen fünf Kapiteln Texte zusammengefasst sind, zur Kommunikation - "Bâbäl, Worte die sprachlos machen" oder nach schlichter Kaspar-Hauser-Manier bunte Gedanken zum Thema Utopie "oder was es nirgends gibt", sowie Reiseerlebnisse oder "black moments" Lokalanzeiger Groß Zimmern, 24.11.2004 | ||
Auf dem Rücken der WorteBarbara Zeizingers Poesie ist wie ein sanftes Flüstern, das daran erinnert, dass das Leben aus kurzen, scheinbar banalen Episoden besteht, die das Schöne darin bilden. Das langsame Blätter-Fallen, eine Nacht im Zug irgendwo in Schlesien, Cafè Maria, die Gesprächskrümel - das alles ist Poesie. Man soll nur achtsam zuhören, eine Minute zum Stillhalten finden. Der Abend mit der deutschen Dichterin, unter dem Titel "Auf dem Rücken der Worte" wurde vom Dom Darmstadt am Donnerstag (21.Oktober 2004) organisiert. Die Gedichte hat Małgorzata Płoszewska ins Polnische übertragen, die gemeinsam mit der Autorin während der Veranstaltung gelesen hatte. Płocker Presse, Oktober 2004 | ||
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Polnischer SchriftstellerverbandGedichte auf der BöschungEtwa sechzig Schreibende, bekannte als auch junge Autoren, sind am 22.10.04 im Płocker Technik-Haus zur siebten Nacht der Dichter eingetroffen. Barbara Zeizinger kam aus Darmstadt. Sie schreibt Gedichte und Prosa. "Es ist meine Methode für das Leben, etwas anderes als der Beruf. Ich bin von vielen Impulsen inspiriert. Meistens sind es Landschaften und Menschen, die ich neu kennen lerne. Die Themen überfallen mich auf dem Weg zur Schule, beim Spazierengehen, beim Joggen". Sie glaubt an Literatur, obwohl sie meint, dass die Verständigung eher durch die zwischenmenschlichen Kontakte als durch Gedichte entsteht. Die Literatur, meint sie, hat etwas von einer Utopie, obwohl ihre Gedichte in die Zeit eingeschlossen sind, in der sie schreibt. Płock besucht sie das erste Mal. Sie hatte eine Lesung im Darmstadt Haus (übertragen von Małgorzata Płoszewska) und sie war froh, dass viele Menschen mit ihr über die Poesie und über das Leben sprechen wollten. Tygodnik Płocki , Kultura, 26.Oktober 2004
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